36. Kapitel: Es lenkt sich einiges ein

Endlich war der Tag gekommen, an dem man über Elsa Kessel zu Gericht sitzen würde. Das halbe Dorf hatte Elsa zur Verhandlung begleitet: Robert, die Gröblins, der Pfarrer und der Oberalpbauer. Sie war froh, dass so viele Menschen an ihrer Seite ausharrten, während die beiden Polizisten von ihren Ermittlungen erzählten.
Der Richter, ein älterer Herr mit englischem Backenbart, blickte zwar ernst, aber nicht unfreundlich., wie Elsa fand. Rosenbaum hatte als Zeugen von Elsas Integrität alle aufgeboten, die irgendwie etwas zu sagen hatten. Isaak strich die charakterlichen und körperlichen Eigenheiten der Angeklagten hervor und liess die Leute aus dem Dorf über ihr Engagement berichten. Die Aussagen Roberts und des Arztes der Klinik liessen den mysteriösen Unfall schliesslich in einem anderen Licht erscheinen. Der Richter hörte sich alle Zeugen geduldig an, bevor er sich zurückzog, um sein Urteil zu formulieren. Die Plürscher indessen scharrten sich um ihre Lehrerin, um sie aufzubauen. Elsa sprach nicht gerade viel. Es ging ihr sichtlich schlecht. Als sie nach zwei Stunden wieder in den Gerichtssaal gerufen wurden, musste Miriam ihre Freundin stützen.
Elsa musste sich vor dem Richter erheben und ihn ansehen.
„Fräulein Kessel, ich habe den Fall Julius Forster angehört und ich werde Ihnen nun mein Urteil mitteilen. Ich möchte Ihnen sagen, wie sehr es mich sehr betroffen macht, was Sie erdulden mussten. Dabei ist es mir auch ein Anliegen, mein Missgefallen auszudrücken, dass die Dorfgemeinschaft nicht früher reagiert hat, als sie bemerkte, wie krank Julius Forster war. Nach eingehender Auseinandersetzung stelle ich deshalb fest, dass Sie, Fräulein Kessel unschuldig sind. Sie sind nicht für den Sturz und die schweren Verletzungen des Julius Forster verantwortlich und daher spreche ich Sie von aller Schuld frei.“
Alle jubelten, Robert stand auf und umarmte Elsa.

Als sie am Abend aus Chur nach Plürsch zurückkehrten, wussten die daheim Gebliebenen bereits vom Freispruch. Sie feierten Elsa, als hätten sie alle, trotz ihrer eidgenössisch verordneten Neutralität einen Krieg gewonnen.
Elsa verbrachte den Rest der Nacht in Roberts Bett, wo sie sich mehrere Male liebten und dabei unsagbar glücklich waren.

Advertisements

One thought on “36. Kapitel: Es lenkt sich einiges ein

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s