38. Kapitel: Alles bricht in sich zusammen

Elsa blickte ihn ungläubig an, holte aus, und gab ihm eine schallende Ohrfeige. Sie drehte sich ohne ein weiteres Wort um und flüchtete in ihr Zimmer.
Robert hielt sich die brennende Wange.
„Na, du bist mir ja vielleicht einer“, bemerkte Sybille trocken.
„Sie ist mindestens 15 Jahre jünger als ich.“
Robert stöhnte und schüttelte den Kopf.
„Mein Gott, Sybille. Du hättest dir keinen besseren Tag aussuchen können.“
„Scheint so, Robert. Aber gib nicht mir die Schuld an deinem Schlamassel. Du hättest vor fünfzehn Jahren bloss in die Scheidung einwilligen müssen. Aber das hast du nie gewollt. Du bist selbst schuld.“
„Sei ruhig!“, zischte er.
Sie zuckte resigniert die Schultern.
„Wie kommst du darauf, nach so langer Zeit einfach hier aufzutauchen?“
Sybille berührte schüchtern seine Hand. „Sei mir nicht böse. Ich wusste nicht, wohin ich gehen sollte.“
„Wollen dich deine Freunde in Zürich nicht mehr?“
Sybille schüttelte den Kopf, während in ihren Augen Tränen glänzten.
„Du warst die einzige Familie, die ich je hatte. Meine Eltern sind tot , und ich habe keine Kinder.“
„Du wolltest ja nie.“
Sie nickte.
„Ich wollte die Welt erobern. Ich glaubte, wenn ich einfach nur in der Forschung tätig sein kann, bin ich glücklich. Medizin ist mein ein und alles.“
„Du arbeitest noch immer am Universitätsspital? Hältst Du Vorlesungen?“
Sie schüttelte den Kopf.
„Und?“
„Ich war glücklich. Jetzt bin ich’s nicht mehr.“
Robert blickte sie fragend an.
„Ich kann nicht mehr arbeiten. Ich sterbe, Robert. Ich habe Krebs. Ich will nicht alleine sterben.“
Sie weinte, und er umarmte sie.

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